Dr. Andrea Heinz - Nachruf

Am 8. September 2020 verstarb nach tapfer ertragener Krankheit unser langjähriges Vorstandsmitglied Dr. Andrea Heinz.

Andrea Heinz war von 2005 bis 2016 Zweite Schriftführerin der Gesellschaft für Theatergeschichte; sie gestaltete die erste Website für die Gesellschaft und repräsentierte lange Zeit den Vorstand in der Jury für den Förderpreis, mit dem die Gesellschaft Magister- bzw. Masterarbeiten zu einem theaterhistorischen Inhalt auszeichnete.
Ihre inhaltliche Kompetenz und ihre konstruktive, immer heiter-ausgleichende Art brachten viele Diskussionen und auch manche Sitzungen des Vorstands voran.
Ihre wissenschaftliche Publikationsliste ist hier einsehbar.

Wir werden Dr. Andrea Heinz sehr vermissen und ihrer in Ehren gedenken.

Der Vorstand

 

Absage der Gesellschaftsabende im Herbst 2020

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, die Gesellschaftsabende, die für den 25. September und 13. November 2020 geplant waren, aufgrund der „Corona-Situation“ abzusagen.
Der Verlauf der Covid19-Pandemie ist schwer vorauszusagen und es erscheint uns daher angebracht, bei derartigen Versammlungen Zurückhaltung zu üben.

Wir hoffen, die Referenten zu einem späteren Zeitpunkt erneut einladen zu können.

Die Termine im Januar und März 2021 behalten wir vorerst bei, in der Hoffnung, dass sich die Situation dann besser darstellt.

 

Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte 2021

Ausschreibung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gesellschaft für Theatergeschichte lobt auch in diesem Jahr ihren Max-Herrmann-Dissertationspreis aus: Wir bitten um die Einreichung von herausragenden Doktorarbeiten mit theaterhistorischem Inhalt gemäß der Satzung.

Der Preis heißt in Erinnerung an Max Herrmann, den 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt unwürdig ums Leben gekommenen Begründer der Berliner Theaterwissenschaft, Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte und soll zusammen mit dem Max-Herrmann-Preis der Freunde der Staatsbibliothek Berlin im Mai 2021 verliehen werden.

Wir weisen auf die in der Satzung vorgesehene Einreichungsfrist bis zum 31. Dezember 2020 ausdrücklich hin und bitten um rege Beteiligung, Weitergabe dieser Ausschreibung und der Satzung des Preises – und sind natürlich sehr gespannt!

Die Satzung des Max-Herrmann-Dissertationspreises der Gesellschaft für Theatergeschichte mit den entsprechenden Informationen finden Sie hier.

 

Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte 2020

Erstmals zeichnet die Gesellschaft für Theatergeschichte in diesem Jahr eine herausragende theatergeschichtliche Dissertation mit dem neu ausgelobten Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte aus.

Der Vorstand der Gesellschaft freut sich, den Preis auf Vorschlag der Jury Senad Halilbašić für seine Arbeit „Spielende und Zuschauende sowie eine Granate, die weit genug weg ist“. Theater in Bosnien und Herzegowina 1992-1995 zuzuerkennen.

In der Begründung der Jury heißt es:
„Die Dissertationsschrift bietet Theatergeschichte als Zeitgeschichte, gibt Einblick in die Rolle des Theaters in den jugoslawischen Zerfallskriegen der 90er Jahre, am Beispiel von Bosnien und der Herzegowina in den Jahren des Bosnienkrieges 1992-95.
Die vier Hauptkapitel rücken jeweils eine Stadt in den Fokus: Mostar in der Herzegowina, Tuzla und Sarajewo in Bosnien, Banja Luka in der Republika Srpska. Der Verfasser legt mehr Gewicht auf die drei Provinzstädte als auf die Metropole Sarajevo, deren Theaterentwicklung während der Kriegsjahre schon Gegenstand vorhandener Forschungen war. Die Lektüre der Studie vermittelt ein differenziertes Bild des Bürgerkriegsgeschehens im Bosnienkrieg, in das hier die Theatergeschichte eingebettet wird. Die Entwicklungen des Verhältnisses zwischen Theater und Stadtgesellschaft werden jeweils an ein oder zwei führenden Theatern in der jeweiligen Stadt exemplifiziert.
Sehr klug reflektiert der Verfasser in der Einleitung seine eigene historisch-politische Positionierung als in Wien aufgewachsenes Kind einer bosnisch-muslimischen Familie. Er zeigt auf, welche Rolle seine familiäre Herkunft bei den Recherchen und Gesprächen im ehemaligen Kriegsgebiet spielte. In methodischer Hinsicht besticht die Argumentation durch umsichtige Einbeziehung einer Fülle heterogener Quellen. Der Verfasser stützt sich auf Oral-History-Interviews, Aufführungsaufzeichnungen, Theaterstücke sowie vielfältige Archivalien (Plakate, Fotos, Programmzettel, Rezensionen etc.). Die Arbeit zeigt, wie sich ein Bürgerkriegsgeschehen umfassend in der Theaterentwicklung des Konfliktgebiets spiegelt. Die Theater sind im Grunde keine Inseln oder Schutzräume (wobei dieser Gedanke im Sarajevo-Kapitel ausführlich erörtert wird), sondern werden von den Kriegsparteien auf unterschiedlichste Weise instrumentalisiert, lassen sich vereinnahmen etc. Man könnte hier mit einigem Recht von einem „Einbruch der Zeit in das Spiel“ sprechen.
Die Stärke der Arbeit liegt in ihrem wichtigen, substantiellen Beitrag zu dem in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewinnenden Forschungsfeld Kriegstheater; mitreißend und materialnah geschrieben, bietet sie genaueste Mikro-Einblicke in die jeweiligen Stadtgesellschaften und die Rolle des Theaters. Sie wahrt auf souveräne Weise Distanz zu den Narrativen der Kriegsparteien und verbindet Oral History auf innovative Weise mit Diskurs- und Inszenierungsanalysen – eine politische Theatergeschichte von höchster Relevanz. Dies kompensiert in vollem Umfang den Verzicht auf eine explizite und ausgeweitete Theorie- und Methodendiskussion, die gleichwohl implizit im Text geleistet ist. Insgesamt handelt es sich um eine herausragende voll preiswürdige Arbeit.“

Die Jury bestand aus Dr. Wolfgang Jansen, Dr. Britta Marzi, Dr. Lea-Sophie Schiel, Prof. Dr. Meike Wagner (Sprecherin), Prof. Dr. Matthias Warstat.

Ob in diesem Jahr, wie eigentlich vorgesehen, eine öffentliche Preisverleihung des Max-Herrmann-Dissertationspreises der Gesellschaft für Theatergeschichte gemeinsam mit der Preisverleihung des Max-Herrmann-Preises der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin stattfinden kann, hängt von den weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie ab.

Bd. 81 der Schriften: Perspektiven auf Max Herrmann

Band 81 der Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte ist erschienen:

Stephan Dörschel, Matthias Warstat (Hg.): Perspektiven auf Max Herrmann. 100 Jahre Forschungen zur deutschen Theatergeschichte. Berlin 2018. 208 S. mit 25 Abb. ISBN 978-3-924955-22-9; 49,- €

 

Der Band versammelt u.a. die Vorträge, die 2014 auf dem Max Herrmann-Symposium gehalten worden sind. Inhalt

Informationen zum Symposium erhalten Sie hier.

 

 

 

 

Die Mitglieder der Gesellschaft für Theatergeschichte haben den Band im Rahmen ihrer Mitgliedschaft erhalten.

Interessierte Nicht-Mitglieder können den Band bestellen über:

Gesellschaft für Theatergeschichte e. V.
c/o Dr. Ralf Schuster
Sponholzstraße 27
12159 Berlin

oder per E-Mail schatzmeister1@theatergeschichte.org

Gesellschaftsabende 2020/21

Die Gesellschaftsabende im Herbst 2020 mussten wir aufgrund der Covid19-Pandemie leider absagen, wir hoffen aber die Gesellschaftabende am

Freitag, 22. Januar 2021
Freitag, 19. März 2021

durchführen zu können.

Beginn 19 Uhr
Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen.

Ort: Kulturvolk | Freie Volksbühne Berlin e.V.
Veranstaltungsraum
Ruhrstr. 6
10709 Berlin
www.kulturvolk.de

 

Theatergeschichte aktuell

Unseren Newsletter 46 finden Sie unter
Theatergeschichte aktuell 46 (Sept.-Okt. 2020)

Möchten Sie den Newsletter regelmäßig per E-Mail zugeschickt bekommen? Dann kontaktieren Sie bitte den Ersten Schriftführer Stephan Dörschel.
E-Mail: Schriftfuehrer1@Theatergeschichte.org

100 Jahre TWS Köln

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln feierte im Dezember 2019 ihr 100-jähriges Jubiläum.

Ein Gespräch mit Institutsleiter Prof. Dr. Peter W. Marx in der Sendung Mosaik im WDR 3 vom 16.11.2019 können Sie hier nachhören.

Dokumentation Wiener Theater

Paul S. Ulrich, Vorsitzender der Gesellschaft für Theatergeschichte, hat mit dem Wien-Band den ersten Teil seiner geplanten Dokumentationsreihe zu Topographie und Repertoire von europäischen Theaterstädten und -regionen vorgelegt.

Wiener Theater (1752-1918). Dokumentation zu Topographie und Repertoire anhand von universalen Theateralmanachen und lokalen Theaterjournalen. mit einem Überblick zu Zeitungen mit Theaterreferaten und deren Referenten. (Topographie und Repertoire des Theaters. 1: Österreich: Wien) Wien: Hollwitzer 2018. L, 363 S.

Den Flyer des Verlags in Englisch und Deutsch finden Sie hier.