Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte 2021

Robert Sollich: Die Kunst des Skandals. Eine deutsche Operngeschichte seit 1945

Der Vorstand der Gesellschaft freut sich, den Preis auf Vorschlag der Jury Robert Sollich für seine Arbeit Die Kunst des Skandals. Eine deutsche Operngeschichte seit 1945 (Freie Universität Berlin 2019) zuzuerkennen.

In der Begründung der Jury heißt es:

„Die umfangreiche Studie von Robert Sollich vollzieht die deutsche (auch deutsch-deutsche) Operngeschichte nach 1945 – die Fokussierung auf „Oper“ innerhalb des breiteren Begriffsverständnisses von „Musiktheater“ ist für die Argumentation maßgebend – als Folge von wohl als kanonisch zu bezeichnenden Skandalereignissen und kontrovers rezipierten ästhetischen Konzepten nach. Den theoretischen Bezugsrahmen gibt neben skandaltheoretischen Positionen der Soziologie, die im Wesentlichen den politischen Skandal adressieren, Pierre Bourdieus Feldtheorie vor. Ein Schwerpunkt des präsentierten Materials liegt auf einschlägigen Etappen und Produktionen der neueren Geschichte der Bayreuther Festspiele (namentlich Wieland Wagners Inszenierungen von Die Meistersinger von Nürnberg, Götz Friedrichs Tannhäuser und Patrice Chéreaus Der Ring des Nibelungen). Verf. begreift die von ihm vorgestellten Ereignisse als zentrale[] potentielle[] historische[] Umschlagpunkte[] der Operngeschichte“ (S. 522). Zu den wichtigen Ergebnissen der detail- und wendungsreichen Analysen gehört die Konstatierung einer „wesenhaften Unschärfe von Theaterskandalen“ (ebd.). […]
Demgegenüber erkannte die Jury in der Arbeit von Robert Sollich die von der Gesellschaft für Theatergeschichte formulierten Vergabekriterien in hohem Maße erfüllt: die fleißige und materialreiche, auf einer breiten Basis theoretischer Positionen operierende Studie kann für sich in Anspruch nehmen, zur Grundlagenforschung beigetragen und ihr Thema, den Opern-/Theaterskandal, dem die Forschung bislang lediglich am Rande Aufmerksamkeit geschenkt hat, auf beachtlichem Reflexionsniveau behandelt zu haben.“

Die Jury bestand aus Prof. Dr. Stefan Hulfeld, Dr. Wolfgang Jansen, Prof. Dr. Marion Linhardt (Sprecherin), Dr. Britta Marzi und Dr. Lea-Sophie Schiel.

Wir hoffen, dass auch in diesem Jahr eine öffentliche Preisverleihung des Max Herrmann-Dissertationspreises der Gesellschaft für Theatergeschichte gemeinsam mit der Preisverleihung des Max Herrmann-Preises der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin stattfinden kann.

Die Veröffentlichung der Arbeit von Robert Sollich ist vom Wehrhahn-Verlag für November 2021 angekündigt worden.

 

Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte 2022

Ausschreibung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gesellschaft für Theatergeschichte lobt auch in diesem Jahr ihren Max-Herrmann-Dissertationspreis aus: Wir bitten um die Einreichung von herausragenden Doktorarbeiten mit theaterhistorischem Inhalt gemäß der Satzung.

Der Preis heißt in Erinnerung an Max Herrmann, den 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt unwürdig ums Leben gekommenen Begründer der Berliner Theaterwissenschaft, Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte und soll zusammen mit dem Max-Herrmann-Preis der Freunde der Staatsbibliothek Berlin verliehen werden.

Wir weisen auf die in der Satzung vorgesehene Einreichungsfrist bis zum 31. Dezember 2021 ausdrücklich hin und bitten um rege Beteiligung, Weitergabe dieser Ausschreibung und der Satzung des Preises – und sind natürlich sehr gespannt!

Die Satzung des Max-Herrmann-Dissertationspreises der Gesellschaft für Theatergeschichte mit den entsprechenden Informationen finden Sie hier.

 

Bd. 82 der Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte erschienen

„Enthusiasmus ist noch zu wenig gesagt“ Die Stars des romantischen Balletts: sechs biographische Pas de deux

Frank-Rüdiger Berger:

„Enthusiasmus ist noch zu wenig gesagt“
Die Stars des romantischen Balletts: sechs biographische Pas de deux
(= Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte, Bd. 82)
Hardcover, 340 S. (Register von Paul S. Ulrich)
90 teils ganzseitige Farbabbildungen
ISBN 978-3-924955-23-6
59,- €

Das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.
 

Die Gesellschaft hat in ihrer über 100jährigen Geschichte noch keine explizit dem Bühnentanz gewidmete Publikation herausgegeben! Unser Vorstandsmitglied Frank-Rüdiger Berger hat dafür auf seine Vortragsreihen zum romantischen Ballett zurückgegriffen und diese, insbesondere hinsichtlich der Berliner Ballettgeschichte, durch weitere Forschungen ergänzt. Es ist außerordentlich spannend zu erfahren, wie es auch immer wieder die Frauen sind, die hier in einer Männerdomäne nicht nur als Objekt ästhetischer Projektionen dienen, sondern durchaus auch leitend, d. h. hier choreographierend die Entwicklung vorantreiben und bestimmen. Mit seinen zahlreichen zeitgenössischen Illustrationen und Zitaten vermittelt dieses Buch aber auch die ästhetischen Vorstellungen des romantischen Balletts in der bildenden Kunst und Literatur. Theater ist hier ein genreübergreifendes Phänomen. (Stephan Dörschel)

 

Die Mitglieder der Gesellschaft für Theatergeschichte erhalten den Band im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Interessierte Nicht-Mitglieder können den Band bestellen über:

Gesellschaft für Theatergeschichte e. V.
c/o Dr. Ralf Schuster
Sponholzstraße 27
12159 Berlin

oder per E-Mail schatzmeister1@theatergeschichte.org

 

Bibliographische Mitteilungen aus der Theatersammlung Rainer Theobald

Neu: Max Reinhardt und seine Bühnen - Rollen- und Szenenfotos

Wir freuen uns, die Bibliographischen Mitteilungen aus der Theatersammlung Rainer Theobald um ein zweites Verzeichnis zu Max Reinhardt und seinen Bühnen erweitern zu können, und zwar um die umfangreiche Sammlung von Rollen- und Szenenfotos.

Außerdem wurde das Verzeichnis der Schriften, Theaterzettel und Sekundärliteratur zu Max Reinhardt um weitere Einträge ergänzt.

Sie gelangen zu den Bibliographischen Mitteilungen über den Menüpunkt „Publikationen/sonstige Ressourcen und Quellen“ bzw. diesen Link.

 

Victoria & Albert Museum: Theatre & Performance Department gefährdet

SIBMAS (Société Internationale des bibliothèques et des musées des arts du spectacle) hat eine online-Petition ins Leben gerufen, um gegen die befürchtete Schließung des Theatre & Performance Department des Londoner Victoria & Albert Museum zu protestieren.
Weitere Informationen gibt es auf der SIBMAS-Website: http://www.sibmas.org/save-the-va-theatre-performance-department-campaign-page/

Stephan Dörschel, erster Schriftführer der Gesellschaft für Theatergeschichte, hat in seiner Eigenschaft als Leiter des Archivs Darstellende Kunst der Akademie der Künste, Berlin am 24. April 2021 im Tagesspiegel, S. 22 einen Artikel zu den Umstrukturierungsplänen des Victoria & Albert Museums veröffentlicht. Sie finden den Artikel unter diesem Link.

 

Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte 2020

Preis verliehen an Senad Halilbašić

Erstmals zeichnete die Gesellschaft für Theatergeschichte in diesem Jahr eine herausragende theatergeschichtliche Dissertation mit dem neu ausgelobten Max-Herrmann-Dissertationspreis der Gesellschaft für Theatergeschichte aus.

Der Vorstand der Gesellschaft erkannte den Preis auf Vorschlag der Jury Senad Halilbašić für seine Arbeit „Spielende und Zuschauende sowie eine Granate, die weit genug weg ist“. Theater in Bosnien und Herzegowina 1992-1995 zu.

Die Preisverleihung fand am 21. Oktober 2020 in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Preisverleihung des Max-Herrmann-Preises der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Die Laudatio hielt Stephan Dörschel. Senad Halilbašić schloss in seine Danksagung einen flammenden Appell für das lebendige Theater ein, gerade auch in Krisenzeiten, wie es damals in Bosnien war und wie es heute durch die Covid19- Pandemie ist.

In der Begründung der Jury heißt es:
„Die Dissertationsschrift bietet Theatergeschichte als Zeitgeschichte, gibt Einblick in die Rolle des Theaters in den jugoslawischen Zerfallskriegen der 90er Jahre, am Beispiel von Bosnien und der Herzegowina in den Jahren des Bosnienkrieges 1992-95.
Die vier Hauptkapitel rücken jeweils eine Stadt in den Fokus: Mostar in der Herzegowina, Tuzla und Sarajewo in Bosnien, Banja Luka in der Republika Srpska. Der Verfasser legt mehr Gewicht auf die drei Provinzstädte als auf die Metropole Sarajevo, deren Theaterentwicklung während der Kriegsjahre schon Gegenstand vorhandener Forschungen war. Die Lektüre der Studie vermittelt ein differenziertes Bild des Bürgerkriegsgeschehens im Bosnienkrieg, in das hier die Theatergeschichte eingebettet wird. Die Entwicklungen des Verhältnisses zwischen Theater und Stadtgesellschaft werden jeweils an ein oder zwei führenden Theatern in der jeweiligen Stadt exemplifiziert.
Sehr klug reflektiert der Verfasser in der Einleitung seine eigene historisch-politische Positionierung als in Wien aufgewachsenes Kind einer bosnisch-muslimischen Familie. Er zeigt auf, welche Rolle seine familiäre Herkunft bei den Recherchen und Gesprächen im ehemaligen Kriegsgebiet spielte. In methodischer Hinsicht besticht die Argumentation durch umsichtige Einbeziehung einer Fülle heterogener Quellen. Der Verfasser stützt sich auf Oral-History-Interviews, Aufführungsaufzeichnungen, Theaterstücke sowie vielfältige Archivalien (Plakate, Fotos, Programmzettel, Rezensionen etc.). Die Arbeit zeigt, wie sich ein Bürgerkriegsgeschehen umfassend in der Theaterentwicklung des Konfliktgebiets spiegelt. Die Theater sind im Grunde keine Inseln oder Schutzräume (wobei dieser Gedanke im Sarajevo-Kapitel ausführlich erörtert wird), sondern werden von den Kriegsparteien auf unterschiedlichste Weise instrumentalisiert, lassen sich vereinnahmen etc. Man könnte hier mit einigem Recht von einem „Einbruch der Zeit in das Spiel“ sprechen.
Die Stärke der Arbeit liegt in ihrem wichtigen, substantiellen Beitrag zu dem in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewinnenden Forschungsfeld Kriegstheater; mitreißend und materialnah geschrieben, bietet sie genaueste Mikro-Einblicke in die jeweiligen Stadtgesellschaften und die Rolle des Theaters. Sie wahrt auf souveräne Weise Distanz zu den Narrativen der Kriegsparteien und verbindet Oral History auf innovative Weise mit Diskurs- und Inszenierungsanalysen – eine politische Theatergeschichte von höchster Relevanz. Dies kompensiert in vollem Umfang den Verzicht auf eine explizite und ausgeweitete Theorie- und Methodendiskussion, die gleichwohl implizit im Text geleistet ist. Insgesamt handelt es sich um eine herausragende voll preiswürdige Arbeit.“

Die Jury bestand aus Dr. Wolfgang Jansen, Dr. Britta Marzi, Dr. Lea-Sophie Schiel, Prof. Dr. Meike Wagner (Sprecherin) und Prof. Dr. Matthias Warstat.

 

 

Bd. 81 der Schriften: Perspektiven auf Max Herrmann

Band 81 der Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte widmet sich Max Herrmann, dem Begründer der universitären Theaterwissenschaft in Berlin und langjährigen Vorsitzenden der Gesellschaft für Theatergeschichte:

Stephan Dörschel, Matthias Warstat (Hg.): Perspektiven auf Max Herrmann. 100 Jahre Forschungen zur deutschen Theatergeschichte. Berlin 2018. 208 S. mit 25 Abb. ISBN 978-3-924955-22-9; 49,- €

 

Der Band versammelt u.a. die Vorträge, die 2014 auf dem Max Herrmann-Symposium gehalten worden sind. Inhalt

Informationen zum Symposium erhalten Sie hier.

 

 

 

 

Die Mitglieder der Gesellschaft für Theatergeschichte haben den Band im Rahmen ihrer Mitgliedschaft erhalten.

Interessierte Nicht-Mitglieder können den Band bestellen über:

Gesellschaft für Theatergeschichte e. V.
c/o Dr. Ralf Schuster
Sponholzstraße 27
12159 Berlin

oder per E-Mail schatzmeister1@theatergeschichte.org

Gesellschaftsabende

Aufgrund der Covid19-Pandemie können wir derzeit leider keine Gesellschaftsabende durchführen; wir hoffen aber, Ihnen ab Janaur 2022 wieder Veranstaltungen anbieten zu können.

 

Theatergeschichte aktuell

Unseren Newsletter Nr. 53 finden Sie unter
Theatergeschichte aktuell 53 (November-Dezember 2021)

Möchten Sie den Newsletter regelmäßig per E-Mail zugeschickt bekommen? Dann kontaktieren Sie bitte den Ersten Schriftführer Stephan Dörschel.
E-Mail: Schriftfuehrer1@Theatergeschichte.org

Online-Spielpläne der Theater

Viele Theater bieten auf ihren Websites einen online-Spielplan an und zeigen z. T. historische Aufführungen.
Eine Übersicht bietet Nachtkritik.de auf seiner Website bzw. unter diesem Link

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Dokumentation Wiener Theater

Paul S. Ulrich, Vorsitzender der Gesellschaft für Theatergeschichte, hat mit dem Wien-Band den ersten Teil seiner geplanten Dokumentationsreihe zu Topographie und Repertoire von europäischen Theaterstädten und -regionen vorgelegt.

Wiener Theater (1752-1918). Dokumentation zu Topographie und Repertoire anhand von universalen Theateralmanachen und lokalen Theaterjournalen. mit einem Überblick zu Zeitungen mit Theaterreferaten und deren Referenten. (Topographie und Repertoire des Theaters. 1: Österreich: Wien) Wien: Hollitzer 2018. L, 363 S.

Den Flyer des Verlags in Englisch und Deutsch finden Sie hier.